Da war ich nun.

Herausgerissen aus meiner warmen Heimat, umgeben von fremden Menschen, die komisch sprachen. Gerüche, die ich nicht kannte, Geräusche, die ich noch nie so gehört hatte.

Na ja, ehrlich gesagt, es fiel mir ziemlich schwer, mich einzugewöhnen. Ich hatte einfach immer noch schreckliche Angst. Aber 2bein war immer sehr lieb zu mir, sie zwang mich nie zu etwas, was ich nicht wollte. Aber wenn ich vor Angst am liebsten umdrehen wollte, gab sie mir nicht nach. Sie stellte sich einfach zwischen mich und den gefährlichen Gegenstand oder den fremden, gefährlichen Hund. Und zeigte mir so, dass sie mich beschützt und ich keine Angst haben musste.

Langsam begann ich, ihr zu vertrauen. Je länger wir zusammen waren, desto sicherer war ich: mein 2bein ist immer für mich da! Und je sicherer ich wurde, desto leichter fiel es mir, die Hunde und den Rest der Umgebung kennen zu lernen.

Und die Hunde waren gar nicht anders als die Hunde in meiner Heimat. Wie dort gab es auch hier Hunde, die alle anderen nicht leiden konnten und immer stänkerten. Aber die meisten Hunde waren eigentlich ganz nett, wenn man sie kennen lernte. Sogar der große schwarze Hund, vor dem ich am Anfang fürchterliche Angst hatte, ist heute ein guter Kumpel von mir!

Tipps vom Frauchen:

Bedaure nie einen ängstlichen Hund! Mit deiner Stimme und deinem Gehabe bestätigst du ihm nur, dass seine Angst begründet ist. Versuche, die Angst zu ignorieren!

Zwinge einen ängstlichen Hund nie dazu, etwas zu tun, vor dem er Angst hat. Gib aber seiner Angst auch nicht nach! Bleib einfach stehen und zeige ihm durch dein eigenes Verhalten, dass DU keine Angst hast und dass du seine Angst “gar nicht verstehst”.

Verhalte dich wie ein Rudelführer: Fremde Dinge/Hunde/andere Tiere werden von diesen als erstes “untersucht” bzw. begrüßt. Stell dich also ggf. zwischen deinen Angsthasen und “das gefährliche Ding”.

Begrüße andere Hunde zuerst, bevor du deinem Hund die Wahl lässt, dies auch zu tun. Verhindere - wenn dein Hund weiterhin Angst zeigt -, dass der andere Hund an ihn herankommt (Ideal ist es, mit dem Herrchen/Frauchen des anderen Hundes in ein lockeres Gespräch zu kommen. Das “entspannt” i.d.R. nach einer gewissen Zeit deinen ängstlichen Hund und er wird mutiger und deinem Urteil vertrauen.).

Bei fremden Gegenständen geh vor deinem Hund auf diese zu. Lauf ggf. einen kleinen Bogen (das machen Hunde so als Beschwichtigungssignal). Tipp den Gegenstand vorsichtig an, geh 1-2 Schritte zurück, geh wieder hin, tippe erneut und zeige dann deutlich mit Körperhaltung und ggf. Stimme, dass das “Ding” ungefährlich ist. Biete dann deinem Hund die Möglichkeit, den Gegenstand zu untersuchen (die Möglichkeit, den Gegenstand verächtlich anzupieseln und als “deinen” zu deklarieren, solltest du im Sinne der Öffentlichkeit peinlichst sein lassen!)